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  • 01.11.2011:
     

    Sechs neue Wallander-Filme mit Krister Henriksson -
    3. Staffel der schwedischen Reihe wird 2012 gedreht
     
    Seitens der Produktionsfirma Yellow Bird sowie den Produzenten Malte Forssell und Jon Mankell wurde nun offiziell bestätigt, dass im kommenden Jahr eine 3. Staffel der schwedischen Wallander-Reihe mit Krister Henriksson in der Hauptrolle als Kommissar Kurt Wallander gedreht wird. Insgesamt sind sechs Filme mit jeweils 90 min. Laufzeit geplant, wobei der erste Film in Schweden im Kino zu sehen sein wird. Hierbei handelt es sich um eine Adaption des neuesten Wallander-Romans "Der Feind im Schatten". Die Dreharbeiten beginnen Ende April 2012 in und um Ystad sowie in Stockholm für den ersten Film. Die weiteren fünf Filme basieren auf Kurzgeschichten von Henning Mankell. Eine entscheidende Änderung besteht darin, dass Wallander im Gegensatz zur Romanvorlage im ersten Film noch nicht mit den ersten Anzeichen von Alzheimer zu kämpfen hat. Neben Kurt Wallander wird auch seine Tochter Linda in die Reihe zurückkehren. Aufgrund des tragischen Todes der Schauspielerin Johanna Sällström, die in der ersten Staffel als Linda Wallander auftrat, wird eine Neubesetzung der Rolle stattfinden. Darüber hinaus werden weitere neue Charaktere in die Reihe Einzug halten, insbesondere Lindas Familie, die auch in der Romanvorlage "Der Feind im Schatten" im Mittelpunkt der Geschehnisse steht.
     
    (Quelle: Yellow Bird / Recherche: Daniel Imort)

 
 

  • 01.09.2011:
     

    18 Wallander-Filme als KRIMI EDITION auf DVD veröffentlicht
     



    Mit der KRIMI EDITION präsentiert Universum Film ab 2. September eine Auswahl der packendsten Kriminalfälle aus der Feder von Henning Mankell. Mit Kurt Wallander (Rolf Lassgård, Krister Henriksson) schuf der schwedische Krimiautor Mankell einen scharfsinnigen aber doch sehr menschlichen Kommissar, der privat auch mal in der Midlife-Crisis steckt und hin und wieder an seiner Einsamkeit leidet - Und für dessen Schöpfung Mankell bereits zahlreiche Auszeichnungen erhielt, wie die Goldene Feder oder zuletzt den Ripper Award, den Europäischen Preis für Kriminalliteratur.


    ORIGINAL ROMANVERFILMUNGEN mit Rolf Lassgård:

    - Mörder ohne Gesicht
    - Der Mann, der lächelte
    - Die falsche Fährte
    - Die fünfte Frau
    - Wallanders letzter Fall


    MANKELLS WALLANDER - 1. Staffel mit Krister Henriksson:

    - Vor dem Frost
    - Tod in den Sternen
    - Eiskalt wie der Tod
    - Am Rande der Finsternis
    - Ein Toter aus Afrika
    - Der unsichtbare Gegner
    - Der wunde Punkt
    - Bilderrätsel
    - Tödliche Fracht
    - Tod im Paradies
    - Heimliche Liebschaften
    - Offene Rechnungen
    - Dunkle Geheimnisse


    Die DVDs der KRIMI EDITION sind als Einzeltitel hier erhältlich:
    http://astore.amazon.de/wallanwebdedi-21

 
 

  • 04.08.2011:
     

    Drei neue Wallander-Filme der BBC in Produktion
     

    Kenneth Branagh als britischer Wallander.
    (Foto: © Stig-Åke Jönsson/Scanpix)



    Jetzt steht fest, dass weitere drei englische Wallanderfilme mit Kenneth Branagh in der Hauptrolle gedreht werden sollen. Die Filmaufnahmen beginnen Ende August in Riga. Zeitweise sah es aus, als würde das ganze Projekt nicht durchgeführt werden können, da Region Skånes Produktionszentrum "Film i Skåne" diesmal nicht so viel Geld investieren wollte wie beim letzten Mal. Aber man hat die Finanzierungsfrage trotzdem gelöst, sagt Daniel Ahlqvist, ausführender Produzent der Firma Yellow Bird. "Zum einen hat Film i Skåne uns mit einigen Dingen helfen können, bei denen wir Geld sparen können. Dann haben einige unserer Partner Ausrüstung zur Verfügung gestellt. Außerdem haben wir selbst Geld aus den Produktionsfirmen investiert." Bei den letzten beiden Malen hatte Region Skåne sieben, b
    zw. acht Millionen Kronen in die Aufnahmen gesteckt. Diesmal wollte man nur zwei zahlen, aber erhöht nun also den Einsatz unter anderem dadurch, dass man für die Benutzung des Studios keine Miete verlangt. Auf die gleiche Art und Weise steuern andere Zulieferer zur Produktion bei. Das Gesamtbudget liegt bei 60-70 Millionen. Die Aufnahmen beginnen in Riga, wo "Die Hunde von Riga” gedreht wird, danach folgt "Vor dem Frost" in Ystad und schließlich eine neugeschriebene Geschichte mit dem Titel ”New Beginnings”. "Sie handelt davon, dass Kurt versucht sein Leben in den Griff zu bekommen und in ein Haus zieht, aber dabei unterbrochen und gezwungen wird, zu seiner Arbeit zurückzukehren." Wird das der letzte Film? "Mal sehen. So lange alles funktioniert wollen wir gern weitere Filme machen", sagt Daniel Ahlqvist.
     
    (Quelle: Sveriges Radio Kulturnytt / Recherche: Daniel Bauerfeld / Übersetzung: Anja Hoppe)

 
 

  • 03.07.2011:
     

    Interview mit Henning Mankell: "Vor Israel muss man Angst haben"
     
    Die Gaza-Hilfsflotte sollte längst aufbrechen - doch die Griechen verhindern den Start. "Eine Schande", meint Erfolgsautor und Gaza-Aktivist Henning Mankell im stern.de-Interview.

    Herr Mankell, angeblich wurde eines der Schiffe der Gaza-Hilfsflottille sabotiert - was wissen Sie darüber?
    Taucher haben eine Schiffsschraube angesägt. In diesem Zustand wäre es dem Boot zwar möglich gewesen, den Hafen zu verlassen, auf hoher See aber hätte es ernsthaft in Gefahr geraten können.

    Wissen Sie, wer dahinter steckt?
    Nein. Aber wer würde schon von so einer Aktion profitieren?

    Die Israelis?
    Wir beschuldigen niemand, wir können nur fragen, wer ein Interesse daran hat, die Flottille zu sabotieren.

    Es heißt, die griechische Regierung sei unter Druck gesetzt worden, die Abfahrt des Konvois zu verzögern.
    Offenbar versuchen die Israelis dieses Jahr die Flottille daran zu hindern, überhaupt erst in See zu stechen. Nicht nur die griechische Regierung wurde unter Druck gesetzt, auch die französische. Die jüngsten Nachrichten sind die, dass die griechische Regierung den Schiffen die Abfahrt verbieten will. Das heißt, Israel hat es also geschafft, die illegale Blockade von Gaza an die Griechen outzusourcen. Eine Schande. Wir müssen jetzt andere Formen des Protestes finden. Am Ende wird die Menschlichkeit siegen, nicht der israelisch-amerikanische Gebrauch von Militär und Drohungen. Aber das wird Zeit brauchen.

    Der letzte Versuch, die Seeblockade zu durchbrechen, endete in einer Katastrophe: Es gab neun Tote, Dutzende von Verletzten, viele Aktivisten wurden festgenommen. Befürchten Sie, dass die Lage dieses Jahr wieder eskalieren wird?
    Wenn man die Möglichkeiten rational betrachtet, würde ich sagen: Die Israelis wären verrückt, wenn sie die gleichen Fehler wiederholen würden. Politisch betrachtet haben sie sich letztes Jahr mit ihrem überharten Vorgehen ins eigene Knie geschossen. Wenn dieses Jahr etwas Vergleichbares passieren würde, käme das einem Schuss in den eigenen Kopf gleich. Deswegen versucht die Regierung nun alles zu unternehmen, um den Konvoi am Ablegen zu hindern. Letztlich hoffe ich einfach, dass sie dieses Mal etwas besonnener zu Werke gehen.

    Haben Sie Angst?
    Wenn man weiß, zu was die Israelis fähig sind, muss man wohl Angst haben. Israel nennt sich eine Demokratie, doch hinter dieser Fassade verbirgt sich ein brutales Regime, ja beinahe schon eine Militärdiktatur. Ich sage allen: Gehen sie nach Hebron und schauen sie sich an, wie man dort mit den Palästinensern umgeht. Es erinnert mich an das Apartheidsregime in Südafrika.

    Das wurde allerdings nicht mit Hilfsflottillen beseitigt.
    Nein, aber es geht auch nicht so sehr um Zementlieferungen oder Lebensmittel. Zu Essen haben die Menschen genug. Es darum, den Palästinensern zu zeigen, dass sie nicht alleine sind. Desmond Tutu hat mir mal erzählt, wie wichtig es für die schwarzen Südafrikaner damals war, nicht in Vergessenheit zu geraten.

    Aber das ist es doch, was die Israelis an der Flottille kritisieren: Dass die falschen Aktivisten ihre Solidarität mit den Palästinensern zeigen: Extremisten und Terroristen.
    Persönlich habe ich letztes Jahr keine von diesen Leuten getroffen. Wenn irgendjemand bei uns mit einer Waffe an Bord erwischt wird, fliegt der sofort runter. Etwas anderes ist es natürlich, was die israelische Seite unter "Waffen" versteht: Ich hatte einen Rasierer dabei und ein Soldat meinte, die Klinge sei eindeutig eine Waffe. Das war natürlich lächerlich.

    Ist es angesichts der Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf Städte wie Sderot oder Aschkelon nicht auch verständlich, dass die Israelis sehr vorsichtig sind und alles versuchen, den Terror zu unterbinden?
    Natürlich. Ich war und bin sehr kritisch gegenüber der Hamas und weit davon entfernt, Sympathien für sie zu hegen. Trotzdem muss man mit ihr sprechen. Immer und immer wieder. Der Hamas gehören ja nicht nur Leute an, die Israel ernsthaft zerstören wollen. Es gibt auch diejenigen, die sehr am Dialog mit Israel interessiert sind. Leute, mit denen man sich an einen Tisch setzen muss, genauso wie es die Amerikaner jetzt mit den Taliban tun. Wenn man nicht mehr an den Dialog glaubt, hat man schon verloren.

    Wenn die Gazaflottille eine humanitäre Aktion sein soll, warum werden die Hilfsgüter dann nicht an die Israelis übergeben, damit sie sie nach Gaza bringen?
    Weil wir damit die Rechtmäßigkeit der Blockade des Gazastreifens akzeptieren würden. Aber wir wollen nicht, dass Israel die gesamte Bevölkerung des Palästinensergebiets in Geiselhaft nimmt und sie wie in einem gigantischen Flüchtlingslager hält. Diese Blockade ist illegal.

    Es gibt Völkerrechtler, die sagen, dass eine Blockade und deren Aufrechterhaltung bei einem bewaffneten Konflikt wie dem zwischen Israel und Palästinensern durchaus rechtmäßig sei.
    Ja, ich kenne die Diskussion. Aber schauen Sie, was letztes Jahr passiert ist: Die Israelis haben die Flottille nicht an der entscheidenden 20-Meilen-Zone angegriffen, sondern auf hoher See. Das war nicht legal, sondern Piraterie. Wenn sich die Israelis an ihre eigenen Argumente halten würden, hätte das nicht passieren dürfen.

    Kann man den Palästinensern im Gazastreifen auch auf andere Weise helfen, als durch eine Hilfsflottille, die als Provokation empfunden wird?
    Natürlich. Etwa auch dadurch, dass man den öffentlichen Druck auf die USA erhöht. In Israel passiert nichts ohne die Zustimmung der Vereinigten Staaten. Als ich 13 Jahre alt war, habe ich an Aktionen gegen die Apartheidspolitik in Südafrika teilgenommen. Damals ging es darum, den Kauf von Orangen aus dem Land zu boykottieren. Das ist zwar 50 Jahre her, zeigt aber, wie wichtig es ist, die Dinge im Gespräch zu halten.

    Als Bestsellerautor könnten sie den Konflikt in ihren Büchern thematisieren.
    Worüber ich einmal nachgedacht habe, ist, philosophische Reflektionen über das Prinzip der Solidarität zu schreiben - auch wenn das etwas akademisch klingt. Solidarität ist nicht nur eine emotionale Einstellung, sondern auch eine sehr rationale. Die Grundlage für Solidarität ist ganz einfach: Wenn ich will, dass meine Kinder eine Zukunft haben, dann muss ich darauf achten, dass auch andere Kinder eine Zukunft haben. Zurzeit lese ich wieder sehr viel Hannah Arendt und denke darüber nach, etwas über sie zu schreiben und was sie über menschliche Lebensbedingungen sagt.

    Haben Sie als Autor überhaupt die Macht, mit ihren Büchern etwas zu verändern?
    Ich glaube, alles was ich schreibe, ist wie der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein. Dass Bücher etwas Großes bewirken, ist sehr selten. Spontan fällt mir nur "Der stumme Frühling" von Rachel Carson ein. Ein Buch, das einen enormen Einfluss auf unser modernes Umweltbewusstsein hat. Aber ich drehe die Frage einfach um und sage: Ohne Kultur, also Bücher, Filme und Musik, kann man überhaupt nichts ändern.

    Würden Sie dann eine Einladung der Hamas für eine Lesung im Gazastreifen annehmen?
    Nein. Denn ich will mich nicht für deren Zwecke missbrauchen lassen. Wenn die Einladung von der palästinensischen Zivilgesellschaft kommen würde, wäre es etwas anderes.

    Und wenn die Israelis Sie nach Tel Aviv einladen würden?
    Schon eher. Aber nur, wenn ich darüber sprechen könnte, wie die Israelis mit den Palästinenser umgehen - nämlich als Menschen zweiter Klasse.

    Kann der Nahost-Konflikt in absehbarer Zukunft gelöst werden?
    Es wird Sie vielleicht überraschen, aber ich bin durchaus optimistisch. Die Situation im Nahen Osten erinnert mich an die in Südafrika in den 1980er Jahren. Damals stand das Land kurz vor einem Bürgerkrieg. Doch den Weißen dämmerte zu der Zeit, dass es so nicht mehr weitergehen konnte. Ähnlich geht es jetzt vielen Israelis. Das einzige was den Menschen in der Region fehlt, ist ein Nelson Mandela - und ein de Klerk (Anmerkung der Redaktion: Die beiden besiegelten die Versöhnung in Südafrika zwischen Schwarzen und Weißen und erhielten dafür den Friedensnobelpreis).

    (Quelle: stern.de / Interview: Niels Kruse)

 
 

  • 08.06.2011:
     

    Mankell: "Europas Zentrum ist Lampedusa"

    Der schwedische Autor und Theaterregisseur, Henning Mankell, über Gefahren für das Theater, die Umstürze in Nordafrika und Schlingensiefs "Operndorf" in Burkina Faso.

    Die Presse: Wie geht es dem Theater im Zeitalter von Facebook, Twitter und einer allgemeinen Kommunikationskultur, der die Unmittelbarkeit des persönlichen Treffens fehlt?
    Henning Mankell: Wo ist heute das Geld? Im Film- und Fernsehgeschäft. Wir müssen daher aufpassen, dass das Theater nicht in einer Situation endet, in der es kein Geld mehr gibt. Denn das Theater ist einer der letzten lebendigen Treffpunkte. Deshalb müssen wir es verteidigen - immer und überall, wo es möglich ist.

    Stirbt das Theater?
    Ich wäre sehr besorgt, was passieren würde, wenn es stirbt. Mithilfe der Technik kann man heute alles in den eigenen vier Wänden machen. Im Gegensatz dazu kommt das Theater ohne Technik aus: Es ist die Basis für alle Formen kommunikativer Kunst, beschränkt auf ein Wechselspiel zwischen Schauspieler und Publikum. Als Schauspieler weiß man um die Einmaligkeit des Augenblicks. Wenn wir das verlieren würden, wäre es schade. Aber ich bin überzeugt, dass das Theater niemals sterben wird, solange es Menschen gibt.

    Ist Theater ein Lebensmittel?
    Ja. Das Theater war immer eine Basis, damit sich Menschen besser verstehen können. Es ist eine Kunst ohne irgendwelche Grenzen. Egal, ob man dieselbe Sprache spricht: Man kann Theater miteinander spielen.

    Sie führen in Mozambique seit 25 Jahren ein Theater, kennen den Kontinent: Was sagen Sie zu den revolutionsähnlichen Entwicklungen in Nordafrika?
    Ich bin sehr glücklich über das, was dort passiert ist. Auch wenn noch unklar ist, was jetzt kommen wird: Diese Länder können nie mehr zurück in den Status, der zuvor geherrscht hat. Ich glaube daher, wir sollten jenen Menschen, die versuchen, die Gesellschaft in diesen Ländern von Diktaturen hin zu Demokratien zu reformieren, so viel Unterstützung wie möglich geben. Es besteht zwar kein Grund für Pessimismus, aber wir müssen vorsichtig sein.

    Ihr Stück, das am 9. Juni im Rahmen eines Projekts mit dem steirischen Fenster- und Türen-Hersteller Gaulhofer in Übelbach Premiere haben wird, heißt "Doors". Darin geht es um die abschottende Wirkung geschlossener Türen. Wie beurteilen Sie die EU-Politik im Umgang mit den Entwicklungen in Nordafrika?
    Ich frage mich manchmal: Wo ist das Zentrum Europas? Manche sagen, es liegt in Paris wegen der Künste, andere nennen London wegen der Wirtschaft. Ich aber glaube, das symbolische Zentrum Europas ist dieser Tage Lampedusa. Weil sich auf dieser kleinen Insel entscheidet, welche Art von Europa wir haben wollen. Was dort passiert, ist noch nicht das Ende. Und es ist auch nicht nur ein Problem Italiens. Es betrifft uns alle. Aber Europa geht mit dieser Herausforderung der Migration nicht sehr gut um. In Lampedusa sind die Türen nicht nur geschlossen, es ist rund um sie auch noch ein hoher Zaun gespannt. Warum bauen wir nicht eine symbolische Brücke von Nordafrika nach Gibraltar? Damit könnten wir die Probleme von Lampedusa lösen. Vielleicht verstehen wir eines Tages, dass Brücken wichtiger sind als Zäune.

    Besteht die Gefahr, dass mit dem öffentlichen Fokus auf Nordafrika die Probleme des Kontinents südlich des Äquators vergessen werden?
    Einer der großen Fehler Europas im Zusammenhang mit Afrika ist, dass wir über ein Afrika sprechen. Afrika besteht aus über 50 Staaten. Deshalb sollten wir über viele Afrikas sprechen. Im Gegensatz dazu geben die Massenmedien in Europa ein falsches, generalisierendes Bild von Afrika. Man sieht alles darüber, wie Afrika stirbt, aber nichts davon, wie Afrika lebt. Ich versuche, ein anderes Image des lebendigen Afrika zu zeichnen.

    Christoph Schlingensief hat vor seinem Tod den Grundstein für sein "Operndorf" in Burkina Faso gelegt. Sie haben nach Schlingensiefs Tod angekündigt, dieses Projekt weiterführen zu wollen. Was ist daraus geworden?
    Ich bin noch immer traurig, diesen engen Freund verloren zu haben. Ich vermisse ihn, aber ich bin mir sicher, dass das Projekt in Burkina Faso weitergehen und überleben wird. Im kommenden Jahr planen wir eine Performance; der Gewinn daraus wird in das Projekt fließen. Es geht nicht um die Höhe des Betrags - es soll ein Zeichen sein.

    Planen Sie neben dieser Arbeit noch andere Projekte in Afrika?
    Nein. Ich schreibe ja auch. Ich plane ein Theaterstück über ein Treffen von Rembrandt mit Spinoza.

    Haben Sie die obligate Frage nach der Zukunft Ihres Krimihelden Wallander vermisst?
    Überhaupt nicht.

    Wird es noch eine Folge geben?
    Diese Sache ist abgeschlossen.

    (Quelle: "Die Presse", Print-Ausgabe, 08.06.2011)

 
 

  • 01.06.2011:
     

    Finale der zweiten Wallander-Staffel an Pfingsten im Ersten


    Kurt Wallander (Krister Henriksson) geht mit seinem Hund Jussi in Ystad Gassi
    (Foto: © Yellow Bird Films AB)



    Das Erste zeigt an Pfingsten die beiden letzten Folgen der 2. Staffel von "Mankells Wallander" mit Krister Henriksson:

    Mankells Wallander - "Inkasso" (Folge 12 / Staffel 2)
    am SONNTAG, 12.06.2011 um 21.45 Uhr im Ersten

    Mankells Wallander - "Die Zeugin" (Folge 13 / Staffel 2)
    am MONTAG, 13.06.2011 um 21.45 Uhr im Ersten

    (Quelle: Das Erste)